Reifendruck Auto – wichtig für Sicherheit, Verbrauch und Lebensdauer

Autofahrer interessieren sich oft zu wenig für ihre Reifen. Dabei sind die Reifen die Verbindung zwischen dem Auto und der Fahrbahn. Der Reifendruck ist eine Maßeinheit für das Polster, auf dem das Fahrzeug rollt.

Eine ständige Gefahr für den Reifen ist ein zu geringer Reifendruck.

Einem langsamen Druckverlust sind alle Reifen unterworfen. Wenn der Reifendruck nicht regelmäßig kontrolliert und rechtzeitig wieder nachgepumpt wird, kommt es zu Schäden, die langfristig den Druckverlust noch weiter beschleunigen.

Weitere Gefahren für den Reifen und damit für den Reifendruck sind Schäden durch Hindernisse, eingefahrene Fremdkörper, chemische Stoffe oder Montagefehler. Welche oft nur kleinste Reifenschäden verursachen, die äußerlich gar nicht sichtbar sind.

Laut Studien sollen Dreiviertel der Autos auf Europas Straßen mit einem zu geringem Luftdruck unterwegs sein.

 

Warum ist der Reifendruck so wichtig?

 

* Für optimale Sicherheit

Ein dauerhaft gut eingestellter Reifendruck ist eine Grundlage für die Fahrsicherheit.

– Das Fahrverhalten des Fahrzeugs ist stabil (Bodenhaftung, Kurvenverhalten, Bremsweg).

– Plötzliche Reifenpannen werden vermieden (keine Überhitzung der Reifen).

 

* Für geringen Verbrauch

– Der Kraftstoffverbrauch wird auch beeinflußt vom Reifendruck.

– Siehe auch Öko-Reifen, mit denen ein halber Liter Kraftstoff je 100 Kilometer gespart werden kann.

 

* Für eine höhere Lebensdauer der Reifen

Ist der Reifendruck zu niedrig oder zu hoch, führt das zu einer Schädigung der Reifen.

Solche Reifenschäden, die meist nur versteckt vorhanden sind, verringern die Kilometer-Laufleistung der Reifen und ihre Runderneuerungsfähigkeit.

 

Zu niedriger Reifendruck und die Folgen

Auch ein zu hoher Reifendruck ist schlecht für den Reifen. In der Praxis ist aber der zu geringe Reifendruck das Problem.

Wie bereits erwähnt, sollen Dreiviertel der Autos in Europa mit einem zu geringem Luftdruck unterwegs sein. Etwa 40 Prozent aller Verkehrsunfälle werden in Verbindung gebracht mit einem zu geringem Reifendruck.

Ein zu niedriger Reifendruck hat einige negative Auswirkungen:

– Ein erhöhter Reifenabrieb im Schulterbereich, weil der Reifen in der Mitte der Lauffläche keinen Bodenkontakt hat und deshalb auf den Schultern läuft.

– Eine deutlich geringere Lebensdauer, weil der Reifen beschädigt wird und schneller kaputt geht.

– Eine schnelle Erhitzung und Überhitzung (bis 120°C) der Reifen durch eine stärkere Walkarbeit. Besonders bemerkbar macht sich dies bei den hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn.

– Aquaplaningverhalten durch eine geringe Haftfläche. Der Bremsweg wird länger. Das Fahrzeug bleibt nicht mehr so gut in der Spur, kommt schneller ins Rutschen oder gar ins Schleudern. Kurven können nicht mehr so gut gemeistert werden.

– Der Kraftstoffverbrauch steigt. Bereits 0,5 Bar weniger Reifendruck können einen Mehrverbrauch von einem Liter pro 100 Kilometer mehr verursachen.

 

Der richtige Reifendruck für mein Fahrzeug

– Der optimale Reifendruck für das Fahrzeug hat der Fahrzeughersteller hinterlassen auf einem Aufkleber in der Tür oder im Handschuhfach, im Tankdeckel und natürlich auch in der Betriebsanleitung.

– Üblicherweise werden angegeben der Teillastluftdruck und der Volllastluftdruck. Da je nach Beladung und Geschwindigkeit der optimale Reifendruck unterschiedlich sein kann.

Der Teillastluftdruck betrifft das leere Fahrzeug: keine volle Zuladung, keine hohe Geschwindigkeiten.

Der Volllastluftdruck betrifft das voll beladene Fahrzeug: volle Zuladung und / oder hohe Geschwindigkeiten.

Generell sollte bei einer hohen Beladung bzw. dauerhaft hohen Geschwindigkeiten (Fahrten in den Urlaub) der Reifendruck etwas erhöht (0,2 Bar) werden.

Ein etwas niedrigerer Luftdruck ist höchstens sinnvoll bei längeren Fahrten über Sand und Kies.

 

Den Reifendruck regelmäßig überprüfen

Alle zwei Wochen sollte der Reifendruck überprüft werden. So wird es jedenfalls empfohlen. Zusätzliche Kontrollen stehen an vor langen Reisen oder vor dem Transport von schweren Lasten.

Das Messen am kalten Reifen ist wichtig, um den richten Reifendruck zu ermitteln. Die Angaben der Hersteller zum Reifendruck beziehen sich alle auf den kalten Reifen. Kalter Reifen bedeutet, dass das Fahrzeug vor der Messung nicht mehr als zehn Kilometer gefahren ist.

Der Reifendruck wird am besten gemessen mit einem Reifendruck-Messgerät, welches es bereits ab 10 Euro im Fachhandel zu kaufen gibt.
Möglich ist eine Messung auch gleich an einem Reifenfüllgerät an der Tankstelle oder mit einem eigenen Gerät. Da kann dann gleich nachgepumpt werden. Diese Methode wird aber schnell lästig, wenn der Reifendruck in Ordnung ist.

Zwischen den Vorderrädern und den Hinterrädern sind kleine Unterschiede im Reifendruck tolerierbar. Der Luftdruck der Räder an einer Achse soll aber gleich sein.

Zur Kontrolle gehören auch das Reserverad und die Räder am Anhänger. Das Reserverad ist oft so verstaut, dass eine Kontrolle so aufwendig ist, dass das Reserverad dann gar nicht mehr kontrolliert wird. Im eigenen Interesse sollte hier eine Lösung gefunden werden.

Zur Kontrolle gehören auch die Ventilkappen. Sie schützen das Ventil und sollten fest aufgeschraubt sein. Fehlende Ventilkappen sollten sofort ersetzt werden.

 

Stickstofffüllung – eine gute Idee?

Viele Reifenhändler bieten an, die Reifen statt mit Luft mit Stickstoff zu füllen. Davon verspricht man sich einen langsameren Luftverlust in den Reifen.

Eigentlich wurde die Stickstofffüllung entwickelt, um bei hoch belasteten Reifen Brände zu verhindern oder eine beschleunigte Oxidation. Der geringere Druckverlust ist nur ein Nebeneffekt, der noch dazu sehr gering ist.

Da Luft bereits zu 78 Prozent aus Stickstoff besteht, kann der Unterschied auch nicht groß sein.

Zum Nachfüllen steht dann an der Tankstelle sowieso nur Luft zur Verfügung.

Ein wirklich gutes Reifenmodell zu finden bringt mehr, als eine Stickstofffüllung, und ist dauerhafter.

 

Reifendruckkontrollsysteme – welche Arbeit nehmen sie ab?

Der schleichend sinkende Reifendruck ist die Ursache für viele Unfälle und verbraucht unnötig Kraftstoff, mit dem daraus resultierenden zusätzlichen CO2-Ausstoß.

So richtig dramatisch werden diese Zahlen, wenn sie auf Europa umgerechnet werden.

Darum wurde eine EU-Regelung beschlossen, nach der seit November 2014 alle neu zugelassenen Autos ein Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) an Bord haben müssen.

Das Reifendruck-Kontrollsystem meldet dem Fahrer automatisch einen Druckverlust am Reifen.

Zwei Systeme stehen zur Verfügung, das direkte und das indirekte.

Beim direkten RDKS werden Sensoren an jedem Reifen angebracht, die regelmäßig per Funk den Druck und die Temperatur an das Steuergerät im Fahrzeug melden. (Das Reserverad benötigt keinen Drucksensor aber die Winterreifen!)

Beim indirekten RDKS werden die schon vorhandenen Sensoren für ABS und ESP für die Kontrolle des Reifendrucks genutzt. Die Drehzahl der Räder gibt dafür den Anhaltspunkt. Eine höhere Rotation deutet auf einen verringerten Luftdruck.

Die Reifendruck-Kontrollsysteme können auf den Druckverlust nur hinweisen. Nachpumpen muss der Fahrer immer noch selber.

Außerdem rät der ADAC dazu, auch weiterhin den Reifendruck alle 14 Tage extra zu kontrollieren.

Die neue Technik muss sich erst noch bewähren. Verhindert werden kann sie nicht mehr.

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