Archiv für den Monat: Januar 2015

Früher: Auto contra Bus! Heute: Auto, Bus oder Fahrrad?

Beschlipste Herren haben kein Problem mehr damit, auf dem Rad zur Arbeit zu fahren. Die Politik hat vor ein paar Jahren den Führerschein mit 17 möglich gemacht, inzwischen machen die jungen Leute ihren Führerschein immer später. Autobesitzer fahren ganz selbstverständlich eine Strecke mit dem Bus, wenn es finanziell günstiger ist. Mit CarSharing ein Auto bei Bedarf zu nutzen, ohne es zu besitzen, ist ganz normal geworden.

Das Auto unterliegt einem Wertewandel. Der Besitz eines Autos weckt bei einer immer mehr wachsenden Zahl von Menschen keine positiven Gefühle mehr. Je größer die Stadt ist, umso extremer verläuft diese Entwicklung. Berliner, Hamburger und Bremer gehen voran, besser gesagt: fahren voran.

Da können die Hersteller immer tollere Autos entwickeln. Die Begeisterung für ihr Produkt scheint zu sinken.

 

Warum die Liebe zum Auto erloschen ist

* Die neue Generation ist mit dem Internet groß geworden. Für sie ist es ganz normal, sich ständig zwischen mehreren Möglichkeiten zu entscheiden. Das Internet hat das Auto zu einer Option neben Bus, Bahn und Fahrrad degradiert. In Großstädten können auch Familien leicht auf einen eigenen Pkw verzichten.

* Das Auto ist kein Statussymbol mehr, es ist ein Gebrauchsgegenstand geworden, bei dem Vorteile und Nachteile nüchtern gegeneinander abgewogen werden.

* Die notwendige Pflege eines Autos nervt. Reifendruck, Motoröl, TÜV – damit wollen der Mann und die Frau von heute nichts mehr zu tun haben. Dann noch das im Stau stehen, die hohen Spritpreise und die ständige Suche nach einem Parkplatz. Eine Haltestelle ist immer da, im Gegensatz zu einem Parkplatz. Wer sein Auto aus seinem Leben verbannt, für den tritt ein Gefühl der Entschleunigung ein.

* Das Thema Ökologie ist nicht mehr nur eine Sache der Vernunft, es gehört zum Lebensstil. Immer mehr Menschen wollen klimafreundlich mobil sein. Auch das sozialen Umfeld übt dazu indirekt Druck aus und das Auto wird mit Ökologie nicht in Verbindung gebracht.

* Das Fahrrad hat gewonnen, an Ansehen und Reichweite, und es ist praktisch im Alltag. Das Fahrradfahren ist umweltfreundlich, gesund und kostengünstig. Elektrofahrräder geben die Möglichkeit, auch von weiter weg unverschwitzt zur Arbeit zu gelangen.

* Ohne Auto kann man eine Menge Geld sparen. Die hohen Spritpreise sind dabei nur ein Teil der Rechnung.

* Bus und Bahn fahren ist vergleichsweise preiswert. Noch dazu mit einem Monatsticket, das unbegrenzte Mobilität bietet.

* Ein gut funktionierender Nahverkehr läßt bei Jugendlichen den Führerschein an Attraktivität verlieren. Er ist kein Statussymbol mehr. Gerade noch 20 Prozent aller Fahrschüler, also nur einer von fünf, machen ihre Fahrprüfung schon im Alter von 17 Jahren.

* CarSharing ist das Zauberwort für alle, die Auto fahren möchten, ohne ein Fahrzeug zu besitzen. Noch dazu können für verschiedene Anlässe unterschiedliche Modelle genutzt werden. In der Großstadt funktioniert CarSharing immer besser, vor allem bei den unter 30-Jährigen. CarSharing-Nutzer sind auch die Gruppe von Autofahrern, die am häufigsten öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Einmal ganz abgesehen von der Methode, sich im Bedarfsfall ein Fahrzeug bei einem Familienmitglied zu leihen.

Mitarbeiter Qualifizierung – Arbeitsschutz auch im Straßenverkehr

Integration durch Fahrtraining für ausländische Praktikanten

Im Dezember 2014 habe ich zum achten Mal ein Fahrtraining für Techniker aus Saudi-Arabien und Indien abgehalten. Sie sollen lernen, auf deutschen Straßen gut zurecht zu kommen.

Die Idee zu diesem Integrationskurs der besonderen Art hatte ihr Arbeitgeber.

 

Warum schickt ein Unternehmen seine Angestellten zu einem Fahrtraining?

Die Sicherheit im Straßenverkehr ist auch in Saudi-Arabien ein wichtiges Thema. Dazu zählt die Erhöhung der Fahrsicherheit durch die Vorbeugung von Unfällen.

Das Energie-Unternehmen Aramco Overseas Company B.V. schickt regelmäßig für 6-12 Monate Techniker nach Deutschland, damit sie als Praktikanten lernen, mit den Maschinen und Anlagen umzugehen, an denen sie später einmal in Saudi-Arabien oder Indien arbeiten sollen.

Zum Arbeitsschutz gehört bei einem Aufenthalt im Ausland auch der Straßenverkehr. Auch wenn dort nicht der Arbeitsplatz ist, können dort schwere Unfälle passieren. Darum schickt das Unternehmen seine Praktikanten auch zu diesem Fahrtraining.

Die Techniker sind junge Männer. Die Gefährdungsbeurteilung sagt, dass es für sie beim Fahren auf den ihnen unbekannten deutschen Straßen eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit für folgenschwere Unfälle gibt, aufgrund der ihnen unbekannten deutschen Verkehrsrechtslage und der Unerfahrenheit bei Fahrbahnverhältnissen wie Schnee und Eis.

Dieses Fahrsicherheitstraining ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Es ist das Resultat einer empfundenen Fürsorgepflicht gegenüber den eigenen Mitarbeitern.

 

Das Fahrtraining besteht aus Verkehrsrechtsschulung und Sicherheitsfahrtraining

Dieses Fahrtraining ist ein Integrationskurs auf einer ungewöhnlichen Ebene. Es geht um Regeln und Fahrübungen für den Straßenverkehr.

* Welche Vorfahrtsregeln gelten auf deutschen Straßen?

* Welcher Sicherheitsabstand ist wichtig und muss eingehalten werden?

* Welche weiteren allgemeinen Verkehrsregeln sind wichtig? Beispielsweise, dass ein Fahrer in Deutschland nicht von einem Unfall wegfahren darf.

Dann kommen die praktischen Übungen.

* Wie verlängert sich der Bremsweg bei einem nur geringen Geschwindigkeitsunterschied?

* Wie verlängert sich der Bremsweg bei Schnee und Eis?

* Wie reduzieren sich die Lenkmöglichkeiten bei Glatteis?

* Wie weiche ich einem plötzlich auftretendem Hindernis aus?